Vorschau

ReilEcke 1988 

Glasnost & Perestroika – eine Improtheatersoap

von Hörspiel auf Verlangen

31. August 2018 / 20.00 Uhr




Kioskmusik

Die Veranstaltungsreihe, initiiert und realisiert von Tim Rosenbaum, findet jeweils parallel zu den aktuellen Ausstellungen am Kiosk hr.fleischer am Reileck statt.

am 1. September 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr
Folgetermine: 6.10., 3.11., 5.12., jeweils 14.00 bis 18.00 Uhr
 

 

 

RadioKiosk

von Franziska Stübgen
vom 3. September bis 15. September 2018 on air und am Reileck

CORAX und hr.fleischers Kiosk am Reileck veranstalten vom 3. bis 15. September 2018 den „Radio-Kiosk“. Damit erkunden CORAX und hr.fleischer den semi-urbanen, öffentlichen Raum inhaltlich und formell – mit Live-Radio-Sendungen aus dem Kiosk, mobilem Radio in der Stadt, Radio- und Kunst-Aktionen, Live-Hörspiel und Live-Radio-Konzerten. Einer der Höhepunkte wird das Radio-Konzert am 15. September sein.

Das Publikum kann sich aussuchen, ob es von zu Hause per Radio zuhört (95.9 FM), das eigene Radio vor Ort am Kiosk nutzt, um das Programm zu hören, oder sogar Teil des Geschehens wird.

Aus dem Programm:

3. und 4. September, jeweils ab 15.10 Uhr
Jasmina Al-qaisi
Die Künstlerin wird Gedichte vorlesen und Gemüse schneiden. Bitte bring Appetit mit, auf Sandwiches und Texte.

6., 11. und 13. September, jeweils 7 bis 10 Uhr
Morgenmagazin
zum Thema Öffentlichkeit, Öffentlicher Raum, Kontrolle, Betteln, Verkehr, Teilhabe …

5. September, 19 – 20 Uhr
Pfeifkonzert
Wer errät, was da so gepfiffen wird?

5. September, 21 Uhr
Rosenbeth und Tunesday
Tim Rosenbaum, Tobias Schneider und Costa werden in ihren Corax-Sendungen live wundervolle Musik aus Elektro- bis Soul-Welten vermischen.

6. September, 14 Uhr
EXPEDITIONEN
Unterwegs in der Stadt werden wir akustisch zur Eröffnung des Stadtlabors in der Großen Klausstraße 6 leiten.

6. September, 20 Uhr
Tanz in der Stadt
Was ist das für dich? Wir laden dich ein, mit uns zu experimentieren. Komm dazu. Tanz mit. Kleine Radios werden verliehen, eigene mit Kopfhörern sind auch gut.

7. September, 20 Uhr
Buchfink und Dr. Rock
Zwei CORAX-Sendungen live: Zuerst Literatur zum Hören – hier darf auch das Publikum mitgebrachte Werke selbst vorlesen. Später der Talk zum Abend.

8. September, 17 Uhr
BBF – die Coraxsche Punksendung aus dem Kiosk

9. September, 15 – 16 Uhr
Lyrix Delirium – die Corax-Sendung spielt musikalisch-poetisches aus dem Kiosk.

10. September, 20 Uhr
bauhaus.fm-Rundfunkorchester.
Mit dem Ansatz, ein Gegengewicht zum formatierten Programm etablierter Radiosender zu setzten, sendet das bauhaus.fm-Rundfunkorchester unkontrollierte Klänge in Stream und Äther.

12. September, 20 Uhr
djversity!
Wir haben uns gefragt, warum es so wenig weibliche DJs in Halle gibt – und festgestellt, dass sie nur zu selten zu hören sind. Darum werden wir einige einladen: zum Gespräch und zum Auflegen ihrer Musik.

12. September, 22 – 24 Uhr
Further in Fusion meets Club 7
Teile des Street-Art-Kollektivs werden zu ihrer Kunst befragt – und es darf zu ihrer mitgebrachten Musik getanzt werden.

13. September, 20 Uhr
Pecha Kucha
Spätestens hier sollte man zum Kiosk am Reileck kommen. Denn die Mini-Referate zu Kunst im öffentlichen Raum sollten nicht nur gehört werden, da sie auch jeweils von 20 Bildern leben…

14. September, 15.10 Uhr
Mr. Vast – ist ein Radiokünstler der besonderen akustischen Sorte. Schrill.

14. September, 21 Uhr
Maschinische Dichtung – Klangkunst live

15. September, 17 –22 Uhr
Radio-Kiosk-Konzert – unter anderem mit den Leipziger Bands Dolphins und Noisy Answer
Viele kleine Radios können das Gesicht einer Kreuzung verändern. Oder besser: deren Akustik. Jene Geräte soll das Publikum bestenfalls mitbringen um zu hören, was im hr.fleischer-Kiosk vor sich geht: 3 Bands spielen in dem kleinen Räumchen. 2 DJs oben drauf.
All dies wird live in den Äther übertragen. Mit Hilfe der zusammengetragenen Ghettoblaster, Kofferheulen und Handy-Radios wird das schräge Programm auch vor dem Kiosk zu hören sein – und verändert somit den städtischen Raum zu einem ungewöhnlichen Treffpunkt.

 

Flora

von Odine Lang
vom 17. September bis 25. Oktober 2018





ReilEcke 1988 

Glasnost & Perestroika – eine Improtheatersoap

von Hörspiel auf Verlangen

26. Oktober 2018 / 20.00 Uhr



Projektstipendium

Künstlerin: Claire-Laude Schulte-Heuthaus
vom 27. Oktober bis 4. Dezember 2018

 

Weihnachtsplätzchen

vom 5. Dezember bis 21. Dezember 2018



Luftvolumen II

eine Ausstellung von Jörn Plaß 

vom 27. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019






































"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern [...] macht sichtbar", konstatierte Paul Klee 1919. Sie zielt nicht auf die Nacharmung des Augenscheinlichen, sondern versucht, verborgene Strukturen aufzuspüren. Sichtbarmachung impliziert stets die Präsenz einer vorhandenen, aber nicht bewusst wahrgenommen Ebene, die sich interpretatorisch darstellen lässt. Eine wichtige Aufgabe von Kunst ist es daher, über das allgemein Bekannte hinauszugehen und auf latente Sinnschichten zu verweisen. Den Blick zu lenken auf unentdeckte Dinge des Alltags - also auf jenes Naheliegende, das übersehen wird, obschon oder gerade weil es sich unmittelbar vor unseren Augen befindet.
Der Künstler Jörn Plaß verwendet in seinen installativen Arbeiten oft gewöhnliches Material, das er direkt seinem Lebensalltag entnimmt. er sammelt Dinge, die funktionslos erscheinen oder in ihrer täglichen Präsenz kaum wahrgenommen werden. Dieses Ausgangsmaterial dekontextualisiert er und setzt es neu zusammen. Die kombinierten Objekte werden hierbei ihres ursprünglichen Verwendungszwecks enthoben und poetisch inzeniert. Durch die Montage der vertraut wirkenden Einzelteile zu einem befremdlichen Ganzen entsteht eine subtile Spannung,die es ermöglicht, die Assemblage jederzeit gedanklich zu dekonstruieren.
Am Material selbst nimmt Jörn Plaß oft nur geringfügige Eingriffe vor. Keramikartikel garniert er mit Zuckerstreuseln. Weihnachtskugeln mit Lametta und präsentiert diese objets trouvés auf fragil wirkenden, selbstmontierten Holzsockeln. Auf diese Weise eignet er sich die Gegenstände an und verfremdet sie zugleich. In seinen Installationen erforscht der Künstler Raumwirkung und -volumen. Die Enge und Abgeschlossenheit , aber auch die Guckkastensituation und Blicklenkung durch die Glasfront inspirierten ihn zu einer voluminösen, pneumatischen Arbeit. Handelsübliche, grüne Plastiktüten fügt er zu hauchdünnen, durch einen Ventilator mit Luft befüllten Schläuchen zusammen. Eine Zeitschaltuhr reguliert den Befüllungzustand, sodass das Raumvolumen im Wechsel Kontur erhält und wieder verliert. Da sich dieser Prozess über mehrere Stunden erstreckt, ist er kaum wahrnehmbar. Die Wirkung des Raumes verändert sich schleichend und oszilliert zwischen relativer Leere und berstender Enge. Durch die Luftschläuche ergeben sich verschiedene geformte, von hinten angestrahlten Raumebenen mit komplexen Überlagerungen und Perspektiven.
Der Ausspruch Paul Klees erfährt in Jörn Plaß' Installation eine sehr anschauliche Interpretation. Hier wird etwas erkennbar, das per se unsichtbar ist. Das Volumen der Luft - jenes gasförmiges Gemischs, das wir optisch nicht wahrnehmen können, erhält eine Form. Durch diese Visualisierung wird das Nicht-Sichtbare in seiner Tiefe und eigentlichen Fülle sichtbar.


Text: Astrid Köhler, kleinraumdisko Sylvia Franzmann und Lisa Seebach (Hg.)

Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst, das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle (Saale).